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Neuerungen in der Equity-Bewertung nach IFRS und HGB

Zur Nettoinvestition in ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen gehören gemäß IAS 28.38 nicht nur die am Eigenkapital eines solchen Unternehmens gehaltenen Anteile, sondern als eigenkapitalsubstituierende Finanzinstrumente insbesondere auch unbesicherte langfristige Forderungen gegenüber einem solchen Unternehmen. Ergibt sich bei der Ermittlung des Equity-Werts der gehaltenen Eigenkapitalanteile ein rechnerisch zu einem negativen Equity-Wert führender Verlust, so ist dieser bis zu dem Wert von Null mit den eigenkapitalsubstituierenden Finanzinstrumenten zu verrechnen.

Aus dieser Regelung ergab sich bisher der Konflikt, dass die erwähnten eigenkapitalsubstituierenden Finanzinstrumente auch den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 unterliegen. Dieser Konflikt wird durch die am 11. Februar 2019 in EU-Recht übernommenen Änderungen an IAS 28 geklärt, die ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden sind. Demnach sind im ersten Schritt die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 anzuwenden, bevor weitere Verluste aus der Equity-Bewertung mit eigenkapitalsubstituierenden Finanzinstrumenten verrechnet werden (IAS 28.14A).

Wertminderungen gemäß IFRS 9 haben auch dann Vorrang, soweit die betreffenden Finanzinstrumente in vorangegangenen Perioden gemäß IAS 28.38 abgewertet wurden. Dazu folgendes Beispiel aus unserem IFRS-Update-Seminar des vergangenen Jahres:

Ein zuvor mit 180 TEUR bewertetes eigenkapitalsubstituierendes Finanzinstrument wurde im Vorjahr um 100 TEUR aus der Equity-Bewertung auf einen Wert von 80 TEUR abgewertet. Ende des Berichtsjahres beträgt der Wert des Finanzinstruments gemäß IFRS 9 noch 50 TEUR. In diesem Fall ist eine Wertminderung gemäß IFRS 9 i.H.v. 130 TEUR zu erfassen und zugleich ein positives Ergebnis aus der Equity-Bewertung i.H.v. 50 TEUR, sodass das Finanzinstrument minimal mit Null bewertet wird.

Eine entsprechende Regelung zur Berücksichtigung von zu einem negativen Equity-Wert führenden Verlusten durch Abwertung „eigenkapitalähnlicher Posten“ findet sich auch in DRS 26.56. Der Vorgängerstandard zur Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen enthielt eine solche Regelung noch nicht (siehe DRS 8.27).