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Konsolidierung mehrstufiger Konzerne

Methoden der Konsolidierung eines mehrstufigen Konzerns sind die sog. Sukzessivkonsolidierung oder Kettenkonsolidierung und die sog. Simultankonsolidierung. Nachfolgend wird insbesondere beschrieben, was zu beachten ist, damit die kompliziertere Methode der Simultankonsolidierung zum richtigen Konzernabschluss führt.

Ein mehrstufiger Konzern ist dadurch gekennzeichnet, dass das Mutterunternehmen nicht an jedem Tochterunternehmen nur unmittelbar beteiligt ist. Die Erstellung des Konzernabschlusses für einen solchen Konzern wird dann besonders kompliziert, wenn an den auf den Zwischenstufen angesiedelten Tochterunternehmen nicht beherrschende Gesellschafter beteiligt sind, weil diese indirekt auch an den nachgelagerten Tochterunternehmen beteiligt sind. Die sichere Methode zur Konsolidierung eines solchen Konzerns ist die sog. Sukzessivkonsolidierung oder Kettenkonsolidierung. Dabei werden von unten nach oben Teilkonzernabschlüsse erstellt, mit denen die Teilkonzern-Mutterunternehmen jeweils auf der nächsthöheren Stufe in den Konsolidierungskreis einbezogen werden. Diese Methode führt deshalb sicher zum richtigen Gesamtkonzernabschluss, weil alle Tochterunternehmen wie unmittelbare Tochterunternehmen konsolidiert werden und nur mit direkten nicht beherrschenden Anteilen zu rechnen ist. Die in einem Teilkonzernabschluss ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis und am Kapital werden in den Konzernabschluss auf der nächsthöheren Stufe als solche übernommen.

Die Konsolidierung mehrstufiger Konzerne wird auch in dem Deutschen Rechnungslegungsstandard 23 thematisiert. DRS 23.191 empfiehlt dafür die sog. Kettenkonsolidierung. Gemäß DRS 23.192 ist auch die sog. Simultankonsolidierung zulässig, wenn diese zum richtigen Gesamtkonzernabschluss führt. Es wird allerdings nicht ausgeführt, wie konsolidierungstechnisch vorzugehen ist, um dies sicherzustellen.

Simultankonsolidierung bedeutet, dass keine Teilkonzernabschlüsse erstellt werden, sondern alle Konzernunternehmen in einen Summenabschluss einbezogen und davon ausgehend konsolidiert werden. Auch dabei ist sukzessive vorzugehen, indem ein Tochterunternehmen nach dem anderen konsolidiert wird. Konkret bedeutet das:

  • Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis eines Tochterunternehmens sind mit durchgerechneten Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zu berechnen.
  • Allerdings hat die Erstkonsolidierung eines Tochterunternehmens mit dem direkten Anteil des beteiligten Mutter-Tochterunternehmens am neubewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung zu erfolgen (so auch DRS 23.194). Das ist die Voraussetzung dafür, dass ein aus der Kapitalkonsolidierung eines auf einer niedrigeren Stufe angesiedelten Tochterunternehmens verbleibender Geschäfts- oder Firmenwert auch die indirekten Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter der übergeordneten Mutter-Tochterunternehmen umfasst.
  • Folglich sind die nicht beherrschenden Anteile am neubewerteten Eigenkapital zum Erstkonsolidierungszeitpunkt mit den direkten Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zu berechnen und die nicht beherrschenden Anteile am danach von dem betreffenden Tochterunternehmen erwirtschafteten Eigenkapital mit den durchgerechneten nicht beherrschenden Anteilen. Dies kann konsolidierungstechnisch dadurch erreicht werden, dass die nicht beherrschenden Anteile grundsätzlich mit dem durchgerechneten Anteil nicht beherrschender Gesellschafter ermittelt werden und die damit falsche Ermittlung der nicht beherrschenden Anteile am neubewerteten Eigenkapital zum Erstkonsolidierungszeitpunkt durch eine dauerhaft vorzutragende Korrekturbuchung behoben wird. Dadurch erübrigt sich das Rechnen mit zwei verschiedenen Quoten.

Ein weiterer Aspekt der Konsolidierung eines mehrstufigen Konzerns ist die Neubewertung des Vermögens und der Schulden bei Erwerb eines Teilkonzerns. Neu zu bewerten sind nicht nur das Vermögen und die Schulden des erworbenen Teilkonzern-Mutterunternehmens, sondern auch das Vermögen und die Schulden sämtlicher Tochterunternehmen dieses Unternehmens.  Diese Neubewertungen sind unabhängig von Neubewertungen in einem evtl. bereits vorhandenen und weiterhin aufzustellenden (Teil-)Konzernabschluss des Teilkonzern-Mutterunternehmens.

Für die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen eines erworbenen Teilkonzern-Mutterunternehmens ist entscheidend, wie dessen Anteile an diesen Unternehmen bewertet werden. Richtig ist es, auch diese Anteile zum Zeitpunkt des Erwerbs des Teilkonzern-Mutterunternehmens durch den Gesamtkonzern neu zu bewerten. Dann werden die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung der nachgelagerten Tochterunternehmen inkl. der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Teilkonzern-Mutterunternehmen ermittelt. DRS 23.204 bzw. .202 lässt allerdings anstelle einer solchen Neubewertung auch die Bewertung mit den Buchwerten aus dem Jahresabschluss des Teilkonzern-Mutterunternehmens und zur Vermeidung eines passiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung die Bewertung mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital des betreffenden nachgelagerten Tochterunternehmens zu.